Tourisme Metiers

Naumburg -

Die beiden 60-jährigen Naumburger Dietlind Grenzdörfer und Wolfgang Degener hatten es in den vergangenen Jahren schwer auf dem Arbeitsmarkt. Auch wegen ihres Alters. Sie im schwierigen Metier als Kunsttherapeutin. Er als gelernter Buchdrucker, zudem mit Behinderung. Doch beide ließen sich nicht zu Hause die Decke auf den Kopf fallen. Beide engagierten sich in großem Maße ehrenamtlich. Sie unter anderem für die „Grünen Damen“, er jahrzehntelang für die Straßenbahn. Beide leisteten zudem einen Bundesfreiwilligendienst im Naumburger Architektur- und Umwelthaus. Ein Aufwand, der nun belohnt wurde.

„Jobperspektive 58plus“ heißt das Programm des Landes, das seit vergangenem Jahr auch im Burgenlandkreis durchgeführt wird (siehe auch „Hintergrund“). Vereine, Bildungsträger und Firmen aus der gemeinwohlorientierten Kinder- und Jugendarbeit, der Seniorenbetreuung, dem Naturschutz, Sport, Kultur und Tourismus konnten sich um geförderte Arbeitskräfte bewerben. Auch der Naumburger Bürgerverein ergriff seine Chance. Denn normalerweise hat der Verein, der auf ehrenamtlicher Basis agiert, trotz vieler Projekte und Angebote im Architektur- und Umwelthaus, nicht das Geld, feste Arbeitsplätze zu schaffen. Als man zwei Stellen genehmigt bekam, war die Freude groß, zumal diese mit zwei Menschen besetzt werden konnten, deren Einsatzfähigkeit schon bestens vertraut war: Dietlind Grenzdörfer und Wolfgang Degener. Seit 1. September arbeiten sie in der Wenzelsstraße. „Sie sind mittlerweile ein eingespieltes Team und haben viele Denkanstöße in petto“, wie die Vereinsvorsitzende Susanne Heinisch sagt.

Positiv sei es, dass die Stellen auf drei Jahre angelegt sind. Andere Maßnahmen laufen deutlich kürzer, maximal ein Jahr. Wer sich da gerade eingearbeitet hat, ist fast schon wieder weg.

Worauf man beim Burgenlandkreis stolz ist: Als einziger Landkreis hat man es geschafft, mit mehreren Partnern eine Finanzierung auf die Beine zu stellen, die eine 30-Stunden-Woche für die „58plus“-Teilnehmer ermöglicht. „In anderen Kreisen sind das nur 20-Stunden-Stellen. Dort hat man größere Probleme, die Stellen zu besetzen“, sagt Stefan Persich, Koordinator für arbeitsmarktpolitische Programme beim Kreis.

Doch auch hier sind erst 88 von 94 Stellen besetzt. „Es ist wie immer: Die Kandidaten müssen wollen, zum Einsatzort hinkommen können und geeignet sein“, sagt Karsten Langrock vom Jobcenter Burgenlandkreis.

Dietlind Grenzdörfer und Wolfgang Degener jedenfalls sind glücklich. Er kümmert sich im Architektur- und Umwelthaus um Verwaltungsaufgaben, erstellt Konzepte, betreut die Internetseite, bringt in der Werbung sein Wissen als Drucker ein. Sie kümmert sich um kreative Angebote, arbeitet mit Kindern und Menschen mit Behinderung, bringt ihr Wissen als Therapeutin ein. Und finanziell? „Man wird natürlich nicht reich. Aber es ist entspannter, über den Monat zu kommen als mit Hartz IV“, sagt Dietlind Grenzdörfer.

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Hintergrund: Altersgruppe 58plus hat es schwer

Source : http://www.naumburger-tageblatt.de/lokales/arbeitsmarkt--neue-aufgabe-mit-60-jahren-25791108

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